InLifestyle, Musik, Texte

Warum das Fan-Sein einen das ganze Leben begleitet | Teil 1 von 6

I’m like a boat on the water
You’re the raise on the waves that calm my mind

Fool’s Gold | FOUR [Track 6] – One Direction

Warum das Fan-Sein einen das ganze Leben lang begleitet und wie mich eine Band durch meine Jugend unterstützte. Dieser Satz beschreibt ganz gut, um was es in dieser Serie auf meinem Blog gehen soll. Über die kommenden Wochen nehme ich euch mit, und erzähle euch von meiner Jugend und der Musik, die mich durch diese begleitet hat. Lesestoff können wir im Moment ja alle gut gebrauchen. 

Als ich diesen Blog in meinem ersten Jahr an der Uni ins Leben gerufen habe, wollte ich ein Outlet, durch das ich über all das schreiben konnte, was mich gedanklich bewegte. Im Zuge dessen habe ich auch das erste Mal übers Fan-Sein geschrieben. In „Ist es peinlich, Fan zu sein?“ habe ich von meiner Zeit in einer Fandom geschrieben. Jetzt, fast vier Jahre später, begleitet mich das Thema immer noch. Vielleicht sogar mehr denn je. 

Durch das Fan-Sein habe ich über die Jahre viel gelernt. Über mich. Über andere. Aber es hat mir besonders gezeigt, was ich gut kann und half mir dabei, mich nicht ganz verloren zu fühlen.

Ich warne hiermit vor, dass sich einige von euch während dieser Geschichte wahrscheinlich fremdschämen werden. Vielleicht auch nicht, weil ihr selbst mal in einer ähnlichen Situation wart – umso besser. Ich schäme mich hier für gar nichts, daher braucht ihr das eigentlich auch nicht. Was ist schon ein bisschen Fan-Sein? 


Ich kann mich nicht mehr an den genauen Moment erinnern, an dem ich Fan von One Direction wurde. Es muss irgendwann im Jahr 2011 gewesen sein, als ich 14 Jahre alt war. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich in dem Jahr ziemlich traurig war und für mich sein wollte. Und das ging dann einher mit Zeit am Computer verbringen und Videos auf YouTube schauen.

Das Beste beider Welten

Ich bin 1997 geboren – also mit dem Internet aufgewachsen. Heute denke ich, dass ich noch das Beste beider Welten erlebt habe. Eine Kindheit inmitten der digitalen Revolution, die trotzdem von draußen spielen, Gängen in den Wald, Inliner fahren und Kreidemalen bis zum Umfallen geprägt war. Aber eben auch zwischen Bravo, Musik-Fernsehen und der Möglichkeit, die ersten Recherchen über meine Lieblingskünstler im Internet anzustellen oder Musikvideos auch online zu sehen. 

So, wie meine Eltern heute noch davon erzählen, wie sie stundenlang vor dem Radio saßen, um ihre Lieblingssongs mit dem Kassettenrekorder aufzunehmen, saß ich mit meiner Cousine 2007 stundenlang vor den „VIVA Top 100“, nur um unseren Lieblingssong „Umbrella“ von Rihanna zu sehen.

Meine ersten Berührungspunkte mit dem Internet hatte ich wahrscheinlich im Alter von zehn oder elf Jahren. Als ICQ und MSN es ermöglichten, nach der Schule mit den Freunden stundenlang zu chatten. Dazu kamen schnell SchlüerVZ, Facebook und YouTube. Besonders YouTube bot auf einmal ganz andere Dimensionen. Mir standen alle Inhalte von, zu und über meine Lieblingskünstler offen. Allerdings bezog sich die Beschreibung „Inhalte“ lange Zeit auf Musikvideos und hier und da das ein oder andere Interview. 

YouTube blieb immer die Plattform, auf der ich besonders viel Zeit verbrachte und mir alle möglichen Cover, Musikvideos und Vlogs anschaute. Zwischen 2007 und 2011 hatte sich besonders in Sachen Inhalten viel getan und in der Zwischenzeit fielen die restlichen Quellen weg. Als ich dann in der neunten Klasse war und ich mich, wie fast jeder Teenager, nirgends richtig wohl gefühlt habe, habe ich immer mehr Zeit auf YouTube verbracht und Videos geschaut. 

Eins weiß ich noch ziemlich genau: An einem dieser Tage bin ich auf ein Video gestoßen, in dem fünf Jungs auf einer Treppe saßen und erzählten. Es kristallisierte sich schnell heraus, dass die Fünf Teil einer Castingshow waren und auf einmal fand ich mich in einem Sog an Videos, bestehend aus Live-Shows, noch mehr Interviews und Video Diaries wieder. Alle über diese fünf Jungs von der Treppe. Nicht viel später war es dann klar: Sie sollten zu einem festen Bestandteil meines Lebens werden. 

Mir ist durchaus bewusst, dass einige diesen Satz kitschig finden werden oder nicht nachvollziehen können. Eigentlich denke ich, dass es traurig ist, wenn jemand noch nicht das Glück hatte, eine enge Bindung zu einer Band, einem Musiker oder einer Musikerin aufgebaut zu haben. Und ja, das ist wirklich Glück. Musik kann einem so viel geben. Das ist nämlich genau in diesem Moment bei mir passiert. Eine Band wurde zu einem festen Bestandteil meines Alltags und das über mehrere Jahre. Zwischenzeitlich sogar Lebensinhalt. 

You may also like

1 Comment

  • Wie das Fan-Sein einen das ganze Leben begleitet: Teil 2/6 | perspectively

    […] kann nicht sagen, wie oft ich diesen Satz gehört habe. Es muss sich um unzählige Male handeln. Die fünf Jungs von der Treppe – Harry, Liam, Louis, Niall und Zayn – hatten es mir […]

    29. April 2020 at 9:24 Reply
  • Leave a Reply