InMusik, Texte

Ist es peinlich, Fan zu sein?

Diese Woche ist mein Blogbeitrag inspiriert von der Oktober Ausgabe der NEON. Ich habe die Zeitschrift seit Anfang des Jahres abonniert und liebe die Themen und Artikel darin. Besonders gefällt mir allerdings die „Helden und Idioten“-Rubrik. Hier schreiben die Autorinnen Mareike Nieberding und Lena Steeg jeden Monat über ein neues Thema.

Dieses Mal: „Ist es peinlich, Fan zu sein?“

Normalerweise würde ich die Artikel einfach lesen und so stehen lassen, aber dieses Mal hatte ich irgendwie das Bedürfnis meinen Senf dazu zu geben… Also hey, ihr seid die Glücklichen, die das jetzt über sich ergehen lassen müssen.. vorausgesetzt ihr bleibt natürlich.

Irgendwie wurde mit dem Thema allein schon ein wunder Punkt bei mir getroffen. Besser gesagt bei meinem 16-Jahre-alten-Ich. Ich war eigentlich der Klischee-Teenager schlecht hin: Meistens schlecht gelaunt, überhaupt kein Bock auf Schule, kümmerte mich nur um Jungs, Partys und Gerüchte. Aber eben auch um eine ganz bestimmte Boyband… Hach ja, was hat One Direction meine Tage erfüllt. Und ja, ich war eine dieser Mädchen, die gekreischt haben, wenn sie ihre Lieblingsband gesehen haben (Ich wünschte, ich könnte sagen, ich habe nicht des Öfteren auf Konzerten geweint, aber hey).

Wenn ich heute an diese Zeit zurück denke, frage ich mich schon was mich in so manchen Situationen geritten hat. Zum Beispiel als ich einen Tag lang mit meiner besten Freundin 14 Stunden vor dem Wembley Stadium gewartet habe, nur um in die erste Reihe zu kommen und vielleicht einen kleinen Augenkontakt zu erhaschen (welchen ich allerdings auch in der hintersten Reihe im Oberrang zu wahrnehmen vermochte). Oder das eine Mal, an dem ich schluchzend im Kinofilm der letzten Tour saß. Okay, vielleicht waren es auch zweimal. Manchmal frage ich mich auch, wie ich in meinem Kopf wirklich davon ausgehen konnte, dass ich eines Tages einen dieser fünf Jungs heiraten würde. Oder Fanfiction. Oh mein Gott, Fanfiction. Was habe ich auf einmal viele Bücher gelesen… [Für all diejenigen, die nicht wissen, was eine Fanfiction ist: Das ist im Grunde eine Geschichte, die ein Fan über sein Idol schreibt. Meistens ist dieser Fan dann neben dem Idol die Hauptrolle. Ja, so etwas gibt es. Twilight war auch ursprünglich eine Fanfiction…] Ich war wirklich ein waschechtes Fangirl.

Allerdings denke ich auch an die vielen, nicht peinlichen Dinge. An die Menschen, die ich durch Twitter und die zahlreichen Konzerte kennengelernt habe. Die vielen Tage, die wir damit verbrachten unser nächstes Treffen zu planen und wie viel wir doch gelacht haben. Durch diese Band sind viele Freundschaften entstanden. Man hatte etwas gemeinsam, von dem andere behaupteten, es sei kindisch oder gar einfach nur lächerlich. Zu einigen dieser Menschen, habe ich heute noch Kontakt. Uns hat damals etwas verbunden und diese Erinnerung bleibt uns auch noch heute.

Ich denke wirklich gerne an diese glücklichen Momente zurück. Sie überwiegen so sehr der „Peinlichkeit“. Für mich war es damals nicht peinlich und meistens ist es das heute auch nicht. Um ehrlich zu sein, laufen die Alben immer noch das ein oder andere Mal auf meiner Playlist. Fan zu sein ist nämlich wunderbar.

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