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Mein Leben nach dem Abitur. Was soll ich jetzt damit anfangen?

Schon in der elften Klasse fingen die Fragen an, was ich nach dem Abitur denn eigentlich machen möchte. Als ich klein war, wollte ich tausend verschiedene Sachen werden. Von Süßwaren-Verkäuferin über Bundeskanzlerin (damals, ironischerweise, um die Schule abzuschaffen) bis hin zur Agentin. Was kleine Mädchen eben so werden wollen (oder nicht?).

Nun war ich aber nicht mehr sieben Jahre alt, sondern fast 18 und die Dinge wurden ernst. Irgendwie. Zwölf Jahre Schule hatte ich hinter mich gebracht und ich wusste trotzdem nicht, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Vielleicht lagen meine Schwierigkeiten auch darin, dass ich der Frage oft und lange aus dem Weg gegangen bin. Es ist eben auch beängstigend, einfach so in die „große weite Welt“ geschickt zu werden.

Dieser Beitrag handelt von meinem Studium beziehungsweise meinem Weg dorthin. Der ein oder andere von euch steckt vielleicht jetzt in den letzten Wochen der zwölften Klasse, also dachte ich mir, ist es ein passender Zeitpunkt das Thema anzusprechen. Damals habe ich oft nach Blogbeiträgen gesucht, die mir in irgendeiner Weise weiterhelfen oder mir meine Entscheidung einfacher machen können. Leider bin ich nicht fündig geworden, weshalb ich diesen Beitrag nun verfasse. Wenn ich auch nur einem/r helfen kann, dann ist schon alles getan.

Mit meinem Abitur in der Hand (und einer großen Mischung aus Freude, Nervosität und Erleichterung) stand ich vor der großen Frage: Ausbildung? Studium? Praktikum? Ausland?

Für mich persönlich war früh klar, dass ich studieren möchte. Zumindest wollte ich es ausprobieren. Mit 18 Jahren sein Abitur zu haben, ist außerdem noch sehr jung. Da ist es eigentlich egal, wenn man nach zwei Semestern merkt, dass es doch nicht das Richtige ist. Gerade heutzutage ist es wirklich keine Schande mehr. Oft ist es sogar hilfreicher zu wissen, was man nicht will.

Falls du dich eher für eine Ausbildung interessierst, kann ich dir diesbezüglich nichts erzählen. Auf Ausland und Praktikum komme ich aber noch zu sprechen.

Ein Studium sollte es also werden. Worin musste ich aber trotzdem noch herausfinden. In den ersten Monaten nach der Schule habe ich gefühlt erstmal gar nichts gemacht. Meine Schwester plante zu meiner Abizeit eine Asienreise und ich entschied mich kurzerhand, sie dort für ein paar Wochen zu begleiten. Dadurch, dass ich in der zehnten Klasse bereits ein Auslandsjahr gemacht hatte und nun meinen ersten Freund hatte, wollte ich nicht mehr für so lange Zeit weg. Ich entschied mich dazu, für drei Wochen Indonesien zu bereisen. Dort habe ich nicht nur tolle Erinnerungen sammeln können, sondern konnte mir endlich mal ganz in Ruhe Gedanken darüber machen, was ich machen möchte.

Probiert euch aus!

Das Schreiben war schon immer irgendwie mein Ding. Es ist neben der Musik auch das einzige, dass ich schon mein Leben lang liebe und nie ausgewachsen hatte. Dazu solltet ihr vielleicht auch wissen, dass ich ein totaler Phasenmensch bin. Ob es sich um banale Sachen wie Essen handelt oder um Hobbies. Ich habe schon vieles ausprobiert und dann kam es nicht selten vor, dass ich nach drei Monaten gemerkt habe: Hm. Irgendwie langweilt mich das. Deshalb war auch die Studiumsfrage extrem schwer für mich. Mit dem Schreiben und der Musik war das aber nie so. Wäre das also eine Option?

Den ersten Tipp, den ich habe: Probier dich aus! Mach dir vielleicht eine Liste mit Dingen, die du gerne machst und eine zweite Liste mit Dingen, die du überhaupt nicht machen willst. Was sind deine generellen Interessen? Es hilft dann auch immer zu googeln wie Studiengänge oder Praktika in dem jeweiligen Bereich aussehen und das kann wiederum bei der Entscheidung helfen.




Meine Schwester hat einige Zeit in Köln gelebt (wenn ihr regelmäßiger Leser seid, dann merkt ihr, sie kommt viel rum haha). Dadurch kannte sie das Studentenmagazin „XTRA“ und dachte es wäre doch eine gute Möglichkeit für mich, um zu testen, wie der Alltag als Journalist so ist. Meine Bewerbung habe ich noch vom Hostel aus abgeschickt und kurz darauf eine positive Rückmeldung erhalten.

Tapetenwechsel

Ein weiterer Tipp von mir wäre es, wenn du dir Gedanken machst, wo du studieren willst, wo du deine Ausbildung/Praktikum machen willst. Wollt ihr lieber erstmal zuhause wohnen bleiben oder ausziehen? Dann schau dich mal in deiner Wunschstadt um. Welche Unis und Hochschulen gibt es dort und welche Kurse bieten sie an? Welche Firmen gibt es, die eventuelle Praktika anbieten?

Ich wollte unbedingt ausziehen und Köln war nicht nur die nächstgelegene Großstadt, sondern bot für mich auch eine einfache Möglichkeit eine Wohnung zu mieten. In Köln habe ich viel Zeit in meiner Kindheit verbracht, da meine Urgroßeltern hier gelebt haben und auch meine Eltern aus der Nähe kommen. Mittlerweile ist Köln meine Heimat geworden – über die ich auch in einem anderen Beitrag geschrieben habe.

Praktikum

Mein Praktikum habe ich von Oktober bis Dezember 2015 beim DuMont Verlag gemacht und es hätte eigentlich nicht besser laufen können. Wer Köln und DuMont kennt, denkt jetzt wahrscheinlich „Oh Gott, der EXPRESS.“ Aber dadurch, dass ich bei einem Studentenmagazin der Zeitung gearbeitet habe, hatte ich ein total junges und kleines Team. Die drei Jungs und ich hatten echt ’ne gute Zeit und ich konnte mich super gut austoben.

Es war kein Kaffee-hol-Praktikum und ich konnte so Erfahrungen machen, die andere Praktikanten nicht vorweisen können. Ja, teilweise auch bis heute nicht. „XTRA“ wurde leider irgendwann die Versorgung abgekappt, wodurch ich den letzten Monat meines Praktikums viel für den EXPRESS gearbeitet habe. Ich war fast jede Woche mehrmals draußen und habe mit Fotografen und anderen Mitarbeitern auf Terminen für Artikel recherchiert. Abwechslungsreich war es auf jeden Fall und hey, wer kann schon sagen, dass er mehrmals das Titelblatt des EXPRESS verschönert hat? Und das nicht nur mit dem Autorenfoto 😎😄.

Durch meine Zeit bei einem so großen Verlag habe ich nicht nur viele Erfahrungen für heute sammeln können, sondern bin mir auch mehr im klaren gewesen, ob dieser Job etwas für mich ist. Im Endeffekt würde ich es so formulieren: Ich würde dieses Praktikum immer wieder wiederholen. Das steht zu 100% fest, aber der Job als Redakteur im Boulevardbusiness, der ist einfach nichts für mich. Den Beruf als Journalist generell könnte ich mir dennoch gut vorstellen.

Es ist wichtig, Erfahrungen zu sammeln, weswegen ich jedem ein Praktikum empfehle. Es ist auch wurscht, in welchem Bereich das Praktikum ist. Wer etwas kann, das andere nicht können, ist klar im Vorteil. Stell dir vor du bist ein Arbeitgeber: Wem gibst du den Job oder das Praktikum? Jemandem, der ein Abitur von 1,5 hat, aber keine praktischen Erfahrungen, oder jemandem der einen Abischnitt von 3,2 (so wie ich ihn habe) hat, dafür aber bereits zwei Praktika abgeschlossen hat?

Deshalb: sammele Erfahrungen! Auch wenn es nur ein kleiner Laden in deiner Heimatstadt ist. Hauptsache du kannst etwas vorweisen, das dich von anderen unterscheidet.

Finden, was man gesucht hat

Ich hatte Glück, dass mir mein Praktikum gefallen hat und ich das Gefühl hatte, das Richtige gefunden zu haben. Auf der Suche nach einem geeigneten Studiengang war es mir wichtig, dass ich viele praktische Dinge im Studium machen kann und auch, dass ich nicht eine von 300 Studenten in einem Hörsaal bin. Ich glaube, dann wäre ich untergegangen.

Hochschulen sind dafür meistens besser geeignet als große Universitäten. Oft sind die Studiengänge ähnlich wie das Klassenprinzip in der Schule und das ist auch so an der Hochschule, an der ich studiere.

Den Studiengang „Journalismus und Unternehmenskommunikation“ habe ich in Köln gefunden. Den Kurs genau so oder in ähnlicher Ausführung gibt es nur an (privaten) Hochschulen und nicht an Universitäten. Das war in meinem Fall allerdings egal, da die Hochschulen, die ich mir angesehen habe, staatlich anerkannt sind.

Um mir ein besseres Bild von den Schulen zu machen, habe ich sie am Tag der offenen Tür besucht. Und das war rückblickend sehr wichtig. Als erstes habe ich eine besucht, bei der ich schon beim Betreten des Gebäudes wusste, dass es diese nicht wird. Ich hatte es damals einfach im Gefühl und das hat sich dann im Verlauf der Veranstaltung mehr und mehr bestätigt. Ganz anders war es für mich bei der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft. An dessen Tag der offenen Tür habe ich mich super wohl gefühlt und auf dem Nachhauseweg wusste ich auch, dass ich dort hin wollte.

Natürlich habe ich jetzt viel über den Journalismus gesprochen und das Schreiben. Unternehmenskommunikation ist allerdings ein weiterer Aspekt meines Studiums. Ich habe mich für diese Kombination entschieden, da ich mir zwar einen Beruf im Journalismus vorstellen konnte, allerdings nicht zu 100% sicher war. Mit Unternehmenskommunikation war ein Bereich in meinem Studium mit einbezogen, für den ich mich persönlich auch interessiert habe. Marketing, Werbung, Public Relations, etc. Alles Bereiche, die ich sehr spannend finde.

Seit April 2016 bin ich an der HMKW, habe also grade mein viertes Semester abgeschlossen und bin wirklich glücklich. Die Hochschule hat zwar noch ein paar organisatorische Hürden zu überwinden und der Kostenpunkt von 555 Euro ist ein hochgradiger Nachteil, aber die Kombination der Fächer und die einzelnen Kurse stimmen einfach. Wir haben sehr wenige Klausuren geschrieben, dafür aber umso mehr Hausarbeiten und super viel praktisch gearbeitet. Das hat es für mich super einfach gemacht.

In der Schule wollte ich nie aufstehen, weil ich einfach kein Bock hatte. Jetzt allerdings mache ich genau das was mir Spaß macht und was mich interessiert. Ich bin dadurch richtig motiviert morgens aufzustehen, in die Uni zu gehen und auch für die Uni zu lernen. Glücklicher kann ich an diesem Punkt nicht sein und ich würde es genau so wieder machen. In ein paar Wochen beginnt mein Pflichtpraktikum im Marketing. Ich habe nämlich in den letzten zwei Jahren gemerkt, dass die Unternehmenskommunikation eher der Bereich ist, in dem ich tätig sein möchte. Ich bin schon gespannt, wie es wird und super aufgeregt zugleich.

Hoffentlich hat euch dieser Erfahrungsbericht ein wenig weiter geholfen. Ich würde mich freuen, wenn du mir in den Kommentaren berichtest, wie es bei dir war oder falls du Schwierigkeiten hattest, wie diese aussahen.

Bis bald,

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2 Comments

  • Avatar
    Viktoria

    Richtig guter Beitrag! Habe auch im Sommer mein Abi und weiß noch überhaupt nicht was ich machen will, aber ich werde es mit deinen Tipps mal versuchen! Vielleicht helfen sie ja:):) Danke!

    21. Februar 2018 at 10:52 Reply
  • Wie finde ich ein Praktikum? How To - Perspectively

    […] (function(i,s,o,g,r,a,m){i['GoogleAnalyticsObject']=r;i[r]=i[r]||function(){ (i[r].q=i[r].q||[]).push(arguments)},i[r].l=1*new Date();a=s.createElement(o), m=s.getElementsByTagName(o)[0];a.async=1;a.src=g;m.parentNode.insertBefore(a,m) })(window,document,'script','https://www.google-analytics.com/analytics.js','ga'); ga('create', 'UA-85917740-1', 'auto'); ga('send', 'pageview'); .wpb_animate_when_almost_visible { opacity: 1; }window.dynamicgoogletags={config:[]};dynamicgoogletags.config=["ca-pub-8641510343070486",[[]],[[[[null,[[120,139]],null,19,1,1],[null,[[260,279],[340,359],[400,459]],null,29,1,1],[null,[[280,299]],null,30,1,1],[null,[[360,399],[460,519]],null,33,1,1]],[[["BODY",0,null,[]],["10px","10px",1],2,[5],null,0,null,null,2],[["DIV",null,"respond",[]],["10px","21px",1],3,[1],null,0,null,null,10],[["DIV",null,"comments",[]],["10px","32px",1],0,[1],null,0,null,null,9],[["DIV",null,"respond",[]],["10px","25px",1],0,[1],null,0,null,null,10],[["DIV",null,null,["td_author_wrap"]],["10px","10px",1],3,[1],null,0,null,null,10],[["DIV",null,null,["td-ss-main-sidebar"]],["10px","10px",1],3,[3],null,0,null,null,8],[["ARTICLE",0,null,["post"],1],["10px","10px",0],0,[0],null,0,null,null,11],[["ARTICLE",0,null,["post"],2],["10px","26px",0],0,[0],null,0,null,null,11],[["ARTICLE",0,null,["post"],3],["10px","26px",0],0,[0],null,0,null,null,11],[["ARTICLE",0,null,["post"],-1],["10px","26px",0],3,[0],null,0,null,null,11],[["DIV",null,"td_uid_10_59080c7b334fa",[]],["10px","10px",1],3,[1],null,0,null,null,10],[["DIV",null,"td_uid_11_59080c7b3ae0c",[]],["10px","10px",1],3,[3],null,0,null,null,10]],["7093759455","8570492654","1047225853","2523959052","4000692250"],["ARTICLE",null,null,["post"]],"20170214_040801",4]],"WordPressSinglePost","4786315451",null,0.01,null,[null,1494909373923],0.01,0,null,null,"http://perspectively.de"];(function(){var h=this,aa=function(a){var b=typeof a;if("object"==b)if(a){if(a instanceof Array)return"array";if(a instanceof Object)return b;var c=Object.prototype.toString.call(a);if("[object Window]"==c)return"object";if("[object Array]"==c||"number"==typeof a.length&&"undefined"!=typeof a.splice&&"undefined"!=typeof a.propertyIsEnumerable&&!a.propertyIsEnumerable("splice"))return"array";if("[object Function]"==c||"undefined"!=typeof a.call&&"undefined"!=typeof a.propertyIsEnumerable&&!a.propertyIsEnumerable("call"))return"function"}else return"null"; else if("function"==b&&"undefined"==typeof a.call)return"object";return b},p=function(a){return"number"==typeof a},ba=function(a,b){var c=Array.prototype.slice.call(arguments,1);return function(){var b=c.slice();b.push.apply(b,arguments);return a.apply(this,b)}},r=function(a,b){function c(){}c.prototype=b.prototype;a.Sa=b.prototype;a.prototype=new c;a.prototype.constructor=a;a.Ua=function(a,c,f){for(var d=Array(arguments.length-2),e=2;e Previous Post […]

    9. Oktober 2018 at 17:08 Reply
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